08.11.2019  | 
CVJM Oderbruch allgemein

Jugendgottesdienst faithtime: Frieden machen, ist wie Zähne putzen

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Am Freitag, den 8. November 2019 kamen viele Jugendliche, Konfirmanden und ihre Eltern zum Jugendgottesdienst „faithtime“ (zu Deutsch: Glaubenszeit) in die Kirche Falkenhagen. Unter dem Motto „30 Jahre unterwegs im Auftrag des Friedens“ bereiteten Jugendpfarrer Robert Parr und die Konfirmanden den Gottesdienst vor.

Wenn Menschen an Frieden denken, denken sie gleichzeitig immer an einen möglichen Krieg oder eine militärische Auseinandersetzung zwischen mehreren Ländern. Das mag Jugendpfarrer Robert Parr so nicht stehen lassen. Frieden ist mehr als nur kein Krieg. Jeder Mensch empfindet seinen ganz persönlichen Frieden und demnach ist Frieden zu empfinden für jeden Einzelnen unterschiedlich. Gott bringt dem Menschen beispielsweise Sicherheit, Ruhe, Geborgenheit und schenkt ihm Frieden.

Doch um Frieden zu empfinden, muss der Mensch den Frieden machen und ihn auch erhalten. Dabei zeigten die Konfirmanden in einem kleinen Theaterstück, wie das beispielsweise beim Zähneputzen aussehen könnte. Die Zähne machen im Alltag vieles durch: Sie knirschen an anderen Zähnen, Essensreste bleiben kleben und viele Bakterien greifen die Zähne und ihren Schmelz an. Dann könnte Karies entstehen und lange schmerzvolle Sitzungen beim Zahnarzt wären die Folge. Wenn aber die Zahnbürste regelmäßig am Tag verwendet wird, haben die Bakterien keine Chance und der Frieden wäre gewahrt.

Dazu erklärt Robert Parr, dass es verschiedene Werkzeuge gäbe, um den Frieden zu erzeugen. Zahnbürsten, Zahnseide und Zahnpasta wären geeignete Mittel. Nun stelle sich jeder vor, dass Menschen miteinander reden um sich kennenzulernen. Geschieht das längere Zeit nicht, verändert sich die Stimmung der Partner oder Freundschaften.

Die Zahnseide hilft an verschiedenen Stellen des Zahns heranzukommen wo die Zahnbürste versagt. Probleme warten nicht, sie kommen voneinander. Manchmal brauchen Menschen auch für eine gute Beziehung zu einander auch offene Worte, die vorerst verletzend sein könnten, aber schlussendlich Dinge klären und reinhalten. Weiterhin sollen die Menschen wertschätzend miteinander umgehen, auch mal Lob austeilen. Danke zu sagen ist wichtig, es stärkt das eigene Herz.

Dennoch sollte es möglich sein, Krisengespräche zu führen und Probleme offen anzugehen, um Vertrauen zu einander aufzubauen. Auch wenn es viele Nerven, Mut und Überwindung kostet, um den Frieden zu wahren. „Was ich euch hinterlasse, ist mein Frieden. Ich gebe euch einen Frieden, wie die Welt ihn nicht geben kann.“ (Johannes 14, 27) In Jesus erhält der Mensch Frieden.

Weitergehend erklärte Robert Parr, um Frieden zu hüten, muss man sein eigenes Herz behüten. Frieden entsteht somit dort, wo man persönlich verletzt ist, beispielsweise Angst um seine eigene Zukunft hat und sich um Dinge sorgt oder auch neidisch auf Freunde und Familie ist, die bessere oder teurere Geschenke erhalten oder Markenklamotten tragen.

Der Mensch selbst muss Verzeihung erfahren, aber anderen Menschen auch verzeihen können, um abschließen zu können. Das kostet viel Kraft, aber Jesus sagt: „Komm zu mir und ich will dich versorgen“. Die Kraft schöpfen einige Menschen aus Weihnachten und Ostern, in der Jesus geboren war und er mit dem Kreuz alle Sünden mitnahm und eine Brücke zwischen Mensch und Gott schuf. Denn Gott begleitet dem Menschen jeden Tag, auch wenn er immer wieder aufs Neue versagt.

Zu guter Letzt fügt Robert Parr hinzu, dass Frieden machen, heißt, Mauern einzureißen. Dazu erzählt die 18-Jährige Franka von ihrem diesjährigen Israel Aufenthalt, in der ihr nochmal klar wurde, wie dankbar sie ist, in einem freien Land zu wohnen. In Israel trennt eine mehr als vier Meter hohe Mauer das Gebiet Palästina vom Gazastreifen, in dem immer wieder militärische Konflikte den Frieden zum Einbrechen bringen.

So erinnert Robert Parr auch an die Freiheiten, die Millionen von DDR-Bürgern vor genau 30 Jahren in einer friedlichen Revolution bei Kerzen und Gebeten forderten, um u.a. frei reisen zu dürfen, ihre Meinung kundzutun und sich nicht mehr von einem Regime unterdrücken zu lassen. Die innerdeutsche Mauer als auch die Berliner Mauer fiel. Aber Robert Parr mahnt, dass das Herzu behüten nicht heißt, eine Mauer um das Herz aufzubauen. Dann kämen keine guten Dinge mehr rein, sondern mit Gebete die Frohe Botschaft Gottes ins das Herz hereinzulassen, um Frieden zu schaffen.

Gemeinsam beteten die Jugendlichen an verschiedenen Stationen, zündeten Kerzen an und hinterfragten, was sie unter Frieden verstehen und welche Wünsche sie haben.

 

Aktualisiert durch: Marcel Schröder