10.05.2019  | 
CVJM-Jugendhaus Wriezen

Mutig vorangehen in der Jungen Gemeinde Wriezen

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In der Jungen Gemeinde in im CVJM-Jugendhaus in Wriezen kamen am vergangenen Freitag, dem 10. Mai 2019 elf Jugendliche zum gemeinsamen Kochen zusammen. Schnell pellten sie Kartoffeln, kochten Eier und bereiteten die Soße für „süß-saure“ Eier oder auch Eier in Senfsoße genannt zu. Schnell am Tisch sitzend, verspeisten sie gemütlich das selbstgekochte Essen und redeten über den Tag und ihre Woche. Schnell nahmen die Jugendlichen ihre Liederhefte und wählten verschiedene Lieder aus. Der Freiwilligendienstleistende Moritz Fischer begann mit einem neuen Lied „Das was ich brauch, bist du“, in der eine kleine Zeile einige aufschreckte „Zwar geh ich mutig vorwärts, schaue nur auf dein Herz, denn du kennst das alles hier“.

Aktion: Die Qual der Wahl

Passend zum Thema bereitete der 25-jährige Ehrenamtliche Marcel Schröder eine kleine als auch kurze Aktion vor. Er nahm zwei Eier in die Hand und erzählte, dass eines gekocht und eines roh sei. Eine Person könne sich ein Erfrischungsgetränk verdienen, wenn er den Mut beweist, sich ein Ei auszuwählen und dieses sich gegen die Stirn zu schlagen. „Natürlich könne man Glück haben und das Ei ist gekocht, ansonsten hat die Person Eiweiß auf der Stirn.“ Die 18-jährige Madlen nahm die Herausforderung an und wählte sich zweifelhaft ein Ei aus: Es war roh und dennoch erhielt sie ihr Erfrischungsgetränk.

Eine verdammte Mutprobe

Marcel erzählte eine kleine Geschichte aus dem Alltag „OMG, ich hetze durch die Straßen und weiß einfach nicht wohin. Ich sehe nur wie die Sonne langsam untergeht und ich vor der Polizei hetzend wegrenne. Ich hoffe, sie schnappen mich nicht. Wieso auch? Was habe ich verbrochen? Ja, naja, vielleicht war nicht es nicht das Gelbe vom Ei bei Edeka sich die Tasche voller Schokolade zu stopfen und von einer Kassiererin erwischt zu werden! Aber ich wollte es den Jungs beweisen, und zu der Gruppe dazugehören. Und nun renne ich vor dem Sirenenheulen der Polizei weg. Querfeldein.“

Die Jugendlichen schauten in den Raum und Marcel fragte sie, was sie denken, wieso der Junge dies getan hat. Eine Jugendliche denke, der Junge will in die Gruppe, eine andere sagte, es komme vom Gruppenzwang. Ein Dritter sagte, es wäre vielleicht eine Mutprobe gewesen.

Dann erzählte Marcel den zweiten Teil der Geschichte. „Langsam geht mir dir Puste aus. Langsam verlässt mich der Mut weiter wegzurennen, auch wenn das Heulen leiser wird. Wieso bin ich eigentlich auf die Idee gekommen, diese Mutprobe anzunehmen, alles nur um in der Clique dabei sein zu dürfen. Ich hätte die Schokolade einfach bezahlen können. Die Jungs haben eh woanders gewartet. Wobei ich sie beim wegrennen auch nicht gesehen habe. Sind die einfach Feige abgehauen?“

Einige Jugendliche erzählten, dass sie noch nie eine Mutprobe gemacht haben. Eher seien es Ereignisse gewesen, bei denen sie angefeuert wurden vom 5 Meter Turm im Schwimmbad zu springen oder hinterher gerufen wurden „Trau Dich!“

Der wahre Mut 

Marcel erzählte, dass heutzutage „Mut“ für waghalsige Aktionen stehe. Aus eigenem geschichtlichen Interesse erzählte er, dass er die Menschen, die gegen das Nazi-Regime im zweiten Weltkrieg agierten, sehr mutig fände, denn sie haben ihr Leben für die der anderen riskiert. Die Feuerwehr und Ärzte im Alltag leisten nicht anderes. Aus seiner Kindheit kamen ihm Erinnerungen, wie seine Mutter, seine Ärztin oder Erzieher ihn beim Pflaster auftragen, nachdem er sich beim Spielen verletzt hat, immer wieder sagten „Jetzt musst du aber tapfer sein“.

„Die wahre altdeutsche Wortbedeutung von „Mut“ habe eigentlich nichts mit der heutigen zu tun“, so Marcel. Denn es käme von „Mout“ (Seele, Geist). Erst im Mittelalter erhielten Ritter und Adlige, die Bedeutung von „Edelmännern“ oder „tugendhafte Personen mit Edelmut“ verliehen. Denn die Menschen waren nicht mutig, sondern hatten ein edles Gemüt. Sie hatten ein rechtschaffendes Leben und setzten sich zum Wohle der Gemeinschaft ein.

Der Kampf gegen den Giganten

In der Bibel gibt es eine Geschichte, in der ein junger Mann namens David, der jüngste Sohn, gegen einen bis auf die Zähne bewaffneten Krieger namens Goliath antrat. Eigentlich hatte David keine Chance, er konnte nicht mal die 60 Kilogramm schwere Rüstung tragen, und nahm nur seinen Hirtenstock und eine Steinschleuder. Dem König musste er sogar beweisen, dass er würdig war, gegen ihn anzutreten. Und dennoch war David so mutig und trat gegen Goliath an. Er nahm seine Steinschleuder und zielte zwischen die Augen. Die Erde bebte und Goliath fiel zu Boden.

Mutig voran gehen

Wenn Menschen Bungee springen vom Hochhaus, Autorennen fahren oder irgendwelche Mutproben machen, dann sind sie nicht mutig, sondern es ist gefährlich. Mutig sein heißt, sich selbst für seine eigenen Belange einzustehen, seine Meinung zu äußern ohne Hintergedanken zu haben. Es heißt, anderen zu helfen, die Unterstützung benötigen, sie zu schützen und Courage zu zeigen. Mutig sein heißt, auch Kindern zu helfen, und sie auf ihrem Lebensweg zu begleiten, sodass ihnen ein schönes Leben ermöglicht wird. Die Helden der Kindheit, sind die Eltern.

Und Bei David war es nichts anderes. Mit vollster Überzeugung und mit Gott auf seiner Seite trat er gegen Goliath an, obwohl er so gut wie chancenlos war. Er stellte sich ihm entgegen, um sein König, seine Familie und sein Volk zu schützen. Nichts anderes möchte Gott vom Menschen. Gott möchte, dass der Mensch mutig voran geht, seinen Nächsten liebt und diese füreinander da sind, wie Gott den Menschen liebt und er für sie da ist. Er will, dass der Mensch teilt, Materialien miteinander teilt, Zuneigung teilt und Zeit miteinander teilt.
So ermutigte Marcel die Jugendlichen, in ihren Alltag mutig voran zu gehen.

Aktualisiert durch: Marcel Schröder