22.08.2020  | 
CVJM-Jugendhaus Seelow

Jugendstammtisch Seelow: Anhaltender Vandalismus in der Kreisstadt Seelow im Fokus

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Die Kette von Vorfällen mit Zerstörungen und Verunreinigungen im Seelower Stadtbild haben in dieser Woche auch die Gespräche in verschiedenen Altersgruppen bewegt. Der Jugendstammtisch hatte sich am Dienstag mit dem Thema beschäftigt, ebenso die Senioren beim Bürgermeistergespräch am Donnerstag.

Auf Motivsuche für den Vandalismus Jugendlicher sind die Mitglieder des Jugendstammtisches gegangen, die sich im Haus des CVJM getroffen hatten. Langeweile und Frust darüber, dass es in der Corona-Zeit so wenige Möglichkeiten gibt, etwas zu erleben, wurden genannt. Die Jugendlichen berichteten aber auch davon, dass sie von einem privaten Sicherheitsdienst dort verscheucht werden, wo sie sich abends treffen. Angebote für Jugendliche seien zu rar.
 
Dirk Drabinski, sachkundiger Einwohner im Haushalts- und im Bauausschuss, machte deutlich, dass dies keine Entschuldigung für Vandalismus sein könne. Am 3. September kommt eine Delegation des Jugendstammtisches mit Sozialarbeiterin Rebecca Bischoff in den Jugendausschuss. Dort soll auch beraten werden, welche Freizeitangebote es in der Stadt für Teenager gibt und geben könnte.
Bürgermeister Jörg Schröder hatte das Thema bei seinem Treffen mit den Senioren im Kulturhaus angesprochen. Da die Möglichkeiten auch zum Seniorentreffen während der Corona-Zeit im Zentrum der Volkssolidarität eingeschränkt sind, lädt die Stadt die Senioren nun monatlich ins Kulturhaus zum Plaudern ein. Das Kulturhaus habe die Stadt in den vergangenen Monaten dank Corona-Fördermitteln technisch aufgerüstet, so dass dort auch mehr Angebote für Kinder und Jugendliche gemacht werden könnten, so Bürgermeister Jörg Schröder. Vor allem aber will man mit jenen Jugendlichen, die immer wieder für Vandalismus sorgen, in Kontakt kommen. Auch mit der Polizei werden Gespräche geführt, um Hinweisen wirkungsvoller nachgehen zu können.
 
Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um den älteren Bürgern einen Überblick über die Investitionsvorhaben zu geben. In der kommenden Woche wird sich eine große Delegation aus dem Bauministerium vor Ort zu Fördermöglichkeiten informieren. Zu einem Schmuckstück sei der Bahnhof geworden, in den sowohl das Museum des Heimatvereins Gusow-Platkow als auch die Wirtschaftsförderung einziehen werden. Gerade dabei will die Stadt mit den Umlandgemeinden enger zusammenarbeiten, so Schröder.
Wunsch nach Seniorenheim


Am CJD-Gelände in der Apfelstraße haben die Abrissarbeiten für den Bau der neuen, 4,2 Millionen Euro teuren Kita begonnen, in die dann auch die Kinder aus der Kita "Frechdachse" gehen werden. Am Hort wird ein Anbau errichtet, der weiteren 90 Kindern Platz bieten wird. "Die Zahl der Grundschüler habe ein Niveau errichtet, wie zuletzt 1965", machte Schröder deutlich. Zudem informierte er über das Vorhaben, auf dem ehemaligen SHT-Gelände ein neues Wohngebiet mit 295 Wohnungen bauen. Dabei gab es die Anregung, daran zu denken, dass Seelow ein weiteres Altersheim benötige. Schröder informierte, dass es Bauvorhaben für altersgerechtes Wohnen gibt. Im neuen Wohngebiet müssten auch Einrichtungen zur Daseinsvorsorge errichtet werden.
Zudem gab es viele Hinweise zu Problemen im Wohnumfeld, insbesondere an Sewoba-Häusern. Jörg Schröder verwies in diesem Zusammenhang auf eine Wohngebietsbegehung, die am kommenden Dienstag um16.30 Uhr in der Erich-Weinert-Straße beginnt. Er betonte, dass alle Maßnahmen immer im Zusammenhang mit den Mietpreisen zu sehen sind.

 

22. August 2020, 05:00 Uhr•Seelow
Von Ulf Grieger
 

Aktualisiert durch: Marcel Schröder