03.02.2020  | 
Blauer Bus

Viel Lob für die Jugendarbeit mit dem Blauen Bus

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Neuhardenberg (MOZ) Im Gartensaal von Schloss Neuhardenberg wurde es richtig eng. Erstmals hat nach langer Zeit wieder die Carl-Hans Graf von Hardenberg-Stiftung im historischen Gemäuer einen Neujahrsempfang veranstaltet. Amelie Gräfin von Hardenberg freute sich mit Dorothee von der Marwitz und Christopher Frantzen für den Vorstand der Stiftung über den Zulauf. Im Saal drängte sich die Leitungsebene der Viadrina-Uni, tummelten sich Kirchenvertreter, aber auch Gäste von der Sparkasse, aus der Wirtschaft wie die Sieversdorfer Orgelbaufamilie Scheffler, Vize-Landrat Friedemann Hanke, Vertreter von Kommunen sowie etliche Adelsfamilien der Region.
Fast 25-jähriges Bestehen

Amelie Gräfin von Hardenberg begrüßte auch Wolfgang Huber, der frühere Bischof der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, nebst Ehefrau Kara. Beide waren über Jahre in der Stiftung aktiv. Gegründet worden war sie 1997 von Amelies Tante Astrid, genannt "Atti" – in Andenken an deren Vater Carl-Hans Graf von Hardenberg (1891-1958), dem letzten Besitzer des Neuhardenberger Schlosses. Der Widerstandskämpfer hatte den Aufstand vom 22. Juli 1944 mit organisiert – was ihm das KZ Sachsenhausen sowie Enteignungen durch die Nazis und später den Kommunismus einbrachte. Als 1997 Schloss und Park in Familienbesitz zurückkamen, verkaufte "Atti" es an den Sparkassen-Giroverband, der eine Stiftung Schloss Neuhardenberg gründete und das Ensemble "zu  dem kulturellen Zentrum der Region gemacht hat", erzählte die Gräfin dankbar. "Atti" habe damals das Verkaufsgeld dafür genutzt, die Carl-Hans Graf von Hardenberg-Stiftung zu gründen. Diese fördert die Ausbildung, Erziehung von jungen Menschen im Märkisch-Oderland, aber auch bis nach Polen und unterstützt dabei finanziell viele Projekte.

Gern erinnerte die Gräfin auch noch an "Attis" Neujahrsempfänge in Berlin bis zu ihrem Tod im Februar 2015. "Daraus entstand die Idee, hier in Neuhardenberg mit einem Empfang anzuknüpfen und wir hoffen auf viele neue Ideen und Zusammenarbeiten", so Amelie Gräfin von Hardenberg.

Präsentieren durften sich fünf Projekte, die von der Stiftung unterstützt werden. Der Verein "Kulturerben" (Eberswalde) kümmert sich in Workshops und Gesprächen zwischen Jugendlichen und Zeitzeugen um die Erinnerungskultur, pflegt Gedenkstätten. Ebenfalls Geld bekommt das Studienprogramm der Viadrina in Frankfurt für die Vergabe an Stipendien. Glücklich über die Unterstützung äußerten sich auch Akteure vom Verein "Zentaurus", der auf Inklusion setzt und in Ernsthof (Buckow) nicht nur therapeutisches Reiten anbieten, sondern auch Sommerferienlager organisiert. Vorstellen durfte sich auch das geförderte Seelower Familienzentrum "Das Nest" und der Seelower CVJM mit seiner mobilen Jugendarbeit.

Gastredner Bischof Huber

Den Blauen Bus vom CVJM lobte Bischof Wolfgang Huber in seiner Rede auch als eines seiner Lieblingsprojekte. Die Stiftung begleite toll Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung, ermögliche Chancen, vermittle Werte, auch christlich geprägte Zivilcourage, ganz im Sinne des Grafen. "Im Ort der Vernetzung des Widerstands ist unsere Arbeit gering gegenüber damals, aber sie nicht zu tun wäre Verrat am Geist, der in diesem Hause weht."

Artikel von MOZ
Fotos: MOZ
Link zum Original: https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1782370/ 

Aktualisiert durch: Marcel Schröder