09.11.2019  | 
CVJM Oderbruch allgemein

Treff.CV - Begegnungstag - Zuhören um Mauern zu überwinden

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Der CVJM lud am geschichtsträchtigsten Tag Deutschlands, am 9. November 2019 zum „Treff.CV“ zum gegenseitigen begegnen für Mitarbeitende, Ehrenamtliche, Vorstandsmitglieder und Freunde des Christlichen Verein Junger Menschen in das CVJM-Jugendhaus Wriezen ein. Dieser geschichtsträchtige Tag stand unter dem Motto „Mauern überwinden“.

Kaum waren die zahlreichen Jugendlichen und Familien im Jugendhaus angekommen, erhielten sie zwei verschieden färbende Klebchen. Keiner wusste genau, was damit geschehen sollte. So gerieten sie beim Ankommen, beim großen Wiedersehen von bekannten Gesichtern, bei zahlreichen Gesprächen bei Kaffee und Kuchen aus dem Blickfeld.

Was machst du für ein Gesicht, wenn du an den Mauerfall denkst?

Ingo Schaper, Gesamtleiter des CVJM Oderbruch e. V. begrüßte die Gäste und fragte zu allererst in die Runde „Was macht ihr für ein Gesicht, wenn ihr an die Maueröffnung von 1989 denkt?“ So einfach war es gar nicht die Gesichter zu erkennen, denn die zahlreichen Scheinwerfer ließen Ingo erblinden. Doch aus dem Publikum war Gelächter zu hören, da Ingo komisch aus der Wäsche schaute. Fragend blickten aber auch einige Ehrenamtliche und Mitarbeiter zurück. Sie waren noch so jung, dass sie zum Mauerfall noch nicht geboren waren.

Mauern beginnen mit Mauern in unseren Köpfen

Die Jugendreferenten Laurina Affeld und Rebecca Bischoff lieferten eine regelrechte „faithtime“ als Lobpreiszeit mit den CVJMern ab, bis die schon vergessenen Klebchen zum Einsatz kamen. Die beiden Gruppen sangen – jeweils einen unterschiedlichen Song – gleichzeitig. Erbitternd und als misstönender Gesangswettbewerb hörte sich der Gesang nicht schön an, aber zunehmend lauter. Die Gruppen fanden heraus, sie müssen immer lauter singen, um ihr eigenes Lied noch hören zu können.

Ingo Schaper schloss an diesen Gedanken an: „Mauern beginnen mit Mauern in unseren Köpfen!“. Das eigene Lied singen die Menschen immer lauter, um nicht von fremden Liedern und Inhalten gestört zu werden. Am Ende werden aus Mauern in den Köpfen dringliche Mauern, die schließlich einen Schießbefehl beinhalteten und aus Stacheldraht gebaut sind. Aus diesem Material sind Diktaturen gemacht. So geschah es auch in der DDR. Meinungen, Arbeit und vieles mehr wurden aufgezwungen.

Zuhören um Mauern zu überwinden

„Es gäbe ein leichtes Hausmittel um nicht alles glauben zu müssen, was einem vorgesungen wird“, so Ingo Schaper und führt fort: „Zuhören!“ Die Menschen können ihre Münder halten und einfach zuhören, was der Andere singt, sagt, denkt, meint, fühlt usw. Menschen können auf andere Menschen eingehen, Länder auf andere Länder usw. Ingo forderte die Zuhörer auf: „Hört zu, was eure Mitmenschen zu sagen haben! Hört zu, was Gott uns sagen möchte.“

Die Zuhörer sollten nun leise werden, ihre Augen schließen und einfach zuhören, was sie selbst hören. Einer hörte seinen eigenen Atem, andere die Kinder im Nachbarraum, manche den losen Keilriemen am vorbeifahrenden Auto und manchmal sprach Gott zu ihnen. Es waren Dinge, die im losen Alltag überhört werden. „Wenn wir es lernen, richtig zu hören, werden wir tatsächlich Mauern überwinden können“ sprach Ingo in die Runde.

Schließlich sangen alle „Our God“, bei dem es um die Zuversicht und das Vertrauen um Gott geht; egal was auf der Welt geschehen mag, mit dem Glauben an Gott sind alle Mauern überwindbar. Zum Abschluss gab es genügend Zeit um mit anderen über die Vergangenheit zu reden, vorauszublicken und den Abend im Beisein des Herrn bei einem Snack zu genießen.

 

Aktualisiert durch: Marcel Schröder