01.06.2019  | 
Familienzentrum Nest

Das Fest der leisen Töne - Familienfest in Seelow

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Seelow (MOZ) Ist das Fest etwa wegen der Hitze abgesagt worden? Der Gedanke mag manchem gekommen sein, der sich am Kindertag zum Besuch des 4. Seelower Familienfestes aufgemacht hatte – und einen gähnend leeren Kulturhaus-Vorplatz vorfand. Man musste die Ohren spitzen, um zu bemerken, dass die Veranstaltung einfach um die Ecke, in die parkähnliche Anlage zwischen Kulturhaus, Hort und Grundschule umgezogen ist. So leise ging es dabei zu  – trotz jeder Menge Festgäste.
Internationale Küche geboten

"Nach drei Jahren, in denen wir in der prallen Sonne vorm Kulturhaus geschwitzt haben, sind wir diesmal an einen schattigeren Ort umgezogen", erklärt Monika Kexel. Die Mitarbeiterin des Seelower CVJM-Familienzentrum "Das Nest" hatte den sprichwörtlichen Hut für die Organisation des Festes auf, das – obwohl am Kindertag stattfindend – bewusst als Familienfest konzipiert wurde.

Am Abend zuvor waren es Mütter, deutsche und geflüchtete aus dem Seelower Wohnverbund am Stadion, die gemeinsam dafür sorgten, dass kein Festgast hungern musste. Im "Nest" habe es einen rund achtstündigen Koch-Marathon gegeben, berichtet Monika Kexel. Sie hat dabei eine Menge über die arabische, afrikanische und fernöstliche Küche gelernt. Und konnte so beim Familienfest am Bufett-Stand Auskunft darüber geben, dass es sich beim Kubek um eine Hackfleisch-Granatapfel-Mischung, beim Babaranusch um einen Dipp mit Joghurt, Knoblauch und Aubergine oder beim Baklava um eine arabische Süßigkeit aus Blätterteig, mit Mascarpone, Rosenwasser und Mandelblättern handelt.

"Wir hatten großen Spaß beim Kochen und Verkosten", sagt Monika Kexel. Sie freut sich, dass die Hobby-Köchinnen alle mit ihren Familien zum Fest gekommen sind.

Für das haben auch diesmal viele Träger von Kinder- und Jugendarbeit aus der Stadt und dem Umland die Kräfte gebündelt. So luden Mitarbeiterinnen des Netzwerk gesunde Kinder zum Bobbycar-Fahren, Gummitier-Hüpfen und Rutschen ein. An Ständen der Kitas "Frechdachse" und "Märchenland" wurde gebastelt, bei Inga Brand vom Lietzener Verein social art gab es lustige Tattoo-Aufkleber auf die Haut und Musikpädagogin Adda Schulz lud in eine Jurte. Dort gaben ihre Klavierschüler ein kleines Konzert.

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Bürgermeister im Blauen Bus

Neben den Ständen des Kinder-Flohmarktes und dem Kuchenstand der Volkssolidarität saßen an einem großen Tisch deutsche und geflüchtete Frauen und nähten aus Stoffresten Tragetaschen. Ihre Kinder, die sich auf der Stroh-Hüpfburg austobten, hatten sie jederzeit im Blick.

Seelows Bürgermeister Jörg Schröder bot eine Sprechstunde im Blauen CVJM-Bus an. Er lobte, wie ruhig es bei dem Fest zuging. "Wir wollten ein Fest der leisen Töne und des schmalen Talers, dessen Besuch sich alle Familien leisten können", erklärt Monika Kexel.

Aktualisiert durch: Marcel Schröder