30.05.2018  | 
Sozialarbeit an Schulen

Schüler lernen „iThemba“ kennen

Im CVJM-Jugendhaus Wriezen begegneten am Mittwoch, den 30. Mai 2018, die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen der Grund- und Oberschule „Salvador Allende“ Wriezen ein außergewöhnliches Workshop-Programm mit Tanz, Theater, Gesang und vielen Gesprächen mit einer sechsköpfigen Crew von „iThemba“ aus Südafrika.

Im großen Saal des Gebäudes begrüßt Hausleiter Mark Steiner die Schülerinnen und Schüler herzlichst und freut sich auf das Programm von „iThemba“. Astrid, aus Nordrhein-Westfalen stammend, erklärt den Anwesenden, dass „iThemba“ aus der Zulusprache – einer der Amtssprachen Südafrikas – kommt und „Hoffnung“ heißt. Gemeinsam wollen sie die Hoffnung auf Versöhnung, Liebe, Freundschaft, Gerechtigkeit und Gleichheit für die Schülerinnen und Schüler mit Tanz, und Theater weitertragen.

Das Programm zielt nicht nur auf zuschauen, sondern auf aktive Teilnahme der Anwesenden im Raum. So durften die Schüler gleich von Beginn an – noch sehr zurückhaltend – mit tanzen und einzelne Schritte und Wörter aus der Zulusprache lernen. „In unserem bunten sowie abwechslungsreichen Bühnenprogramm möchten wir den Jugendlichen drei Werte mitgeben“, erklärt Astrid und führt fort „Die Jugendlichen können für ihre Familie dankbar sein und sollen sich ihre Freunde gut aussuchen und nicht jedem alles glauben. Sie sollen ihre Chancen in der Schule nutzen und ergreifen und dort das Beste für sich rausholen.“ Im Anschluss des Theaters erklärt Leroy, ein Mitglied von „iThemba“ aus der Nähe von Pretoria stammend, dass es in Südafrika nicht selbstverständlich sei, dass die Jugendlichen zur Schule gehen können, sondern gegensätzlich ein Privileg ist. Der nach zwölf Jahren erreichte Schulabschluss sei auch keine Garantie für sie, einen Job zu erhalten. In Deutschland sei es ganz anders.

Nach einer kleinen Pause begannen sich die Schülerinnen und Schüler in den Workshops „Tanz“, „Mobbing“ und „Rassismus“ einzubringen. Während im Tanzworkshop die Jugendlichen „auftauten“ sowie spaßig teilnahmen, reden die Schülerinnen und Schüler über Mobbing und Rassismus in der Welt sowie in ihrer Umgebung. Am eigenen Leib mussten sie erfahren, wie die Apartheid (Trennung zwischen Weißen und Farbigen) in Südafrika die Menschen trennte und farbige Menschen durch Gewalt unterdrückte. Die Schüler wussten nicht was ihnen geschieht und sollten verschiedene Befehle ausführen, die ihre menschliche Würde verletzte. So konnten sie sich annähernd in die Lage der südafrikanischen Vergangenheit versetzen und über rassistische Hintergründe reden.

Dagmar Bergmann, Sozialarbeiterin der Schule und Mitarbeitern im CVJM-Oderbruch begleitet das Projekt seit vielen Jahren und freut sich immer wieder auf die Begegnungen und verschiedenen Eindrücke von „iThemba“ auf die Schülerinnen und Schüler. „iThemba“ gehört zur Organisation Jugend für Christus (JFC). Das Programm ist durch eine Förderung des Lokalen Aktionsplan Märkisch-Oderland Nord ermöglicht worden.

Aktualisiert durch: Marcel Schröder