07.04.2018  | 
CVJM Oderbruch allgemein

Osterschulung 2018

MÖTZOW – Wie erzähle ich eine biblische Geschichte? Wie leite ich eine Gruppe? Und was hat eigentlich eine GPS-Schatzsuche mit der Suche nach dem Sinn des Lebens zu tun? 54 Teilnehmer haben in der Woche nach Ostern die Mitarbeiterschulung des CVJM-Ostwerk in der PerspektivFabrik nahe der Stadt Brandenburg an der Havel besucht. Neben dem bekannten Kursangeboten gab es in diesem Jahr eine Neuheit: Der „CVJM Outdoor Guide“ brachte die Vielfalt der Erlebnispädagogik ins Programm.

„Wir unterrichten hier unter anderem, was ein junger Mitarbeiter braucht, der gerade in die Kinder- und Jugendarbeit des CVJM einsteigen möchte“, erklärte der Leiter des CVJM-Ostwerk, Andree Strötker, der zum ersten Mal die Ostermitarbeiterschulung in der PerspektivFabrik begleitete. Begeistert hat ihn vor allem die Motivation, mit der die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus den Ortsvereinen anreisten: „Es ist schon etwas besonderes, dass man seine Ferien mit einem relativ schulnahen Programm verbringt.“ Gar nicht schlimm fand das Sarah Schmäske (13), die ab kommenden Jahr den Chor im CVJM Frankfurt (Oder) leiten möchte: „Ich lerne hier Sachen, von denen habe ich noch nie etwas gehört. Zum Beispiel die rechtlichen Grundlagen aus dem Jugendschutzgesetz. Das klingt trocken, ist aber echt interessant.“

Neben den rechtlichen Kenntnissen soll der Grundkurs, dem dann ein Aufbau- und ein Leiterkurs folgt, den Teilnehmern die Ziele der Kinder- und Jugendarbeit, Bibelkunde sowie Wissen aus der Entwicklungspsychologie vermitteln. Am Ende der Woche haben die Teilnehmer aber nicht nur ein Grundwissen erworben, sagte Strötker: „Wir möchten sie hier auch dazu motivieren, Spaß an der Arbeit zu haben und Verantwortung für andere zu übernehmen, einen Blick für sie zu bekommen.“ Neben der Theorie standen deswegen abwechslungsreiche Punkte für alle Teilnehmer auf dem Programm: Gemeinschaftsspiele, Gebärdensprache lernen oder am Lagerfeuer essen.

An der Mitarbeiterschulung nahmen in diesem Jahr auch Interessierte teil, die keinem CVJM angehören. Paul Eitel (17) aus Brandenburg haben Freunde die Seminarwoche empfohlen. „Ich will vielleicht später einmal Lehrer werden. Das, was man hier lernt, ist dafür gut“, war er überzeugt. Die Bibelkunde brauche er allerdings nicht, „weil ich nicht an Gott glaube. Aber ich habe auch kein Problem damit, dass ich etwas über die Bibel lerne. Es ist sicher nicht schlecht, ein bisschen darüber zu wissen.“ Über diese Offenheit der Jugendlichen freute sich Andree Strötker: „Missionieren ist nicht das eigentliche Ziel der Osterschulung, aber ich freue mich natürlich darüber, wenn wir in dieser Woche Interesse am Glauben wecken können.“

Einen ganz besonderen Zugang zu Glaubensfragen bot in diesem Jahr der Kurs „CVJM Outdoor Guide“. Das neue Angebot führte in die Grundlagen der Erlebnispädagogik ein. Neben der Theorie konnten sich die Teilnehmer beim Baumklettern, beim Feuermachen draußen im Wald oder bei der GPS-Schatzsuche probieren. Der „CVJM Outdoor Guide“ qualifiziere dazu, erlebnispädagogische Programme der PerspektivFabrik anzuleiten, erläuterte der Landesreferent des CVJM-Ostwerk, Andreas Lindauer. „Die Teilnehmer lernen gerade, was es benötigt, um mit Gruppen draußen zu arbeiten. Zum Beispiel wie mache ich die Knoten bei Kletterübungen. Darüber hinaus lernen sie, wie sie Erlebnisse auswerten, wie sie Instruktionen geben und welche Rolle ihnen in der Gruppe zukommt.“ Dazu sei die Erlebnispädagogik ein „cooles Tool“ – auch um über Glaubensthemen zu sprechen. Bei der GPS-Schatzsuche, erzählte Lindauer, sei zum Beispiel schnell die Frage aufgekommen, wie man den richtigen Weg im Leben finde. 

Wie der Funke überspringt, erklärte Sascha Hartwig aus dem CVJM Groß Kreutz den Teilnehmern des „CVJM Outdoor Guides“. An einer selbst errichteten Feuerstelle übten sie, ohne Feuerzeug und Streichholz einen Funken zu entfachen. „Feuermachen wie in der Steinzeit“, sagte Hartwig und zeigte, wie sie mit Feuerstein, Watte und ein paar trockenen Ästen ein Feuer anzünden. „Der heutige Tag ist mein Highlight“, sagte Sanny Krönert (17) aus Kyritz Wusterhausen, die schon zum vierten Mal an der Ostermitarbeiter-schulung teilnimmt. Nach dem Grund-, Aufbau und Leiterkurs hat sie sich in diesem Jahr für den „Outdoor Guide“ entschieden. „Man lernt es ja gar nicht mehr, wie man draußen mit irgendwelchen Materialien ein Feuer macht. Man hat ja immer sein Feuerzeug dabei.“ Auch Bettina Zelesnik (18) aus dem CVJM Groß Kreutz findet die Erlebnispädagogik toll: „Man findet seine Rolle in der Gruppe und sieht, dass man auch andere Rollen einnehmen kann. Ich für mich habe herausgefunden, dass ich viel selbstbewusster sein kann.“

 

Aktualisiert durch: Marcel Schröder